Central Krankenversicherung: Die älteste private Krankenversicherung-AG seit 1913

Die Central Krankenversicherung schreibt ein Stück deutscher Versicherungsgeschichte: Gegründet am 1. Oktober 1913 in Köln, war sie die erste private Krankenversicherung Deutschlands, die als Aktiengesellschaft gegründet wurde – ein Pionierakt, der die moderne PKV-Branche mitprägte. Seit dem 27. Juni 2020 firmiert das Unternehmen im Rahmen der Generali One-Company-Strategie als Generali Deutschland Krankenversicherung AG.
Wer 2026 nach der Central sucht, findet ihre Tarife, ihren Kundenstamm und ihre über 100-jährige Kompetenz unter neuem Namen weiter – mit dem GesundPro-Tarifsystem als Neugeschäftsangebot und der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) als exklusivem Vertriebspartner.
| PKV Hinweis: | Die Central Krankenversicherung AG existiert seit dem 27. Juni 2020 nicht mehr unter diesem Namen – sie wurde in die Generali Deutschland Krankenversicherung AG umfirmiert. Verträge laufen unverändert weiter; neue Verträge werden ausschließlich unter der Marke Generali und über die DVAG abgeschlossen. Für Bestandskunden änderte sich inhaltlich nichts. |
Generali Deutschland Krankenversicherung AG (ehem. Central) – Eckdaten 2026
| Heutiger Name | Generali Deutschland Krankenversicherung AG |
| Früherer Name | Central Krankenversicherung AG (bis 27. Juni 2020) |
| Gründung | 1. Oktober 1913 in Köln als Aktiengesellschaft – erste PKV-AG Deutschlands |
| Geschäftsbetrieb | Aufgenommen 1. Oktober 1915; Hauptverwaltung ab 1916 am Hansaring 42, Köln |
| Aktueller Sitz | Adenauerring 7, 81737 München (verlegt 2020) |
| Konzernmutter | Generali Deutschland AG; Teil der Assicurazioni Generali S.p.A., Triest |
| Vollversicherte | Ca. 300.000–380.000 |
| Beitragseinnahmen | Ca. 2,1 Milliarden Euro |
| Marktstellung | Top 10 der privaten Krankenversicherer Deutschlands |
| Vertrieb | Ausschließlich über Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) |
| Neugeschäft-Tarife (Vollversicherung) | GesundPro P/1/2/3; GesundProMed (Ärzte); GesundSmart; Ausbildungstarife GesundProA |
| Beihilfe für Beamte | Beihilfetarife vorhanden (B10/B20/B30/B50 u.a.); kein eigenständiger Beihilfeergänzungstarif |
| BAP 2026 (Vollversicherung) | Angestellte/Selbstständige: ø 5,64 %; Humanmediziner: ø 8,78 %; bisex-Altbestände teils deutlich höher |
| Telefon | 0221 1636-0 |
| gesundheit@generali.com | |
| Website | www.generali.de |
Von der Central zur Generali: Was die Umfirmierung 2020 bedeutet
Im Rahmen der One-Company-Strategie des Generali-Konzerns verschwand am 27. Juni 2020 nach 107 Jahren die Marke Central Krankenversicherung offiziell vom deutschen Markt. Der neue Name Generali Deutschland Krankenversicherung AG bündelt das gesamte PKV-Geschäft des Konzerns unter einem einheitlichen Dach. Für Bestandskunden änderte sich inhaltlich nichts: alle bestehenden Vertragsbeziehungen wurden unverändert fortgeführt, die Tarife, Leistungen und Ansprechpartner blieben gleich. Lediglich der Unternehmensname auf dem Versicherungsschein wurde angepasst.
Die Umfirmierung hatte jedoch strategische Konsequenzen: Der Außenauftritt der Generali Deutschland als integrierte Versicherungsgruppe – mit Generali Leben, Generali Kranken, CosmosDirekt und weiteren Gesellschaften unter einem Markendach – wurde damit konsequent vollzogen. Die Central hat damit denselben Weg genommen wie viele andere Traditionsmarken im deutschen Versicherungsmarkt, die in der Konsolidierungsphase der 2010er und 2020er Jahre in übergeordnete Konzernmarken aufgegangen sind.
Das Tarifsystem der Generali Krankenversicherung (ehem. Central) im Überblick
Das Neugeschäft der Generali Deutschland Krankenversicherung AG ist auf das GesundPro-System ausgerichtet – eine Tarilfamilie, die nach der Umfirmierung 2020 eingeführt wurde und die Central-Altbestandstarife sukzessive ablöst. Daneben existiert weiterhin der bewährte GesundSmart-Tarif (früher central.privatproSmart).
| Tarif | Selbstbehalt | Positionierung | Zielgruppe |
|---|---|---|---|
| GesundProP | 375 € (Kinder) / 750 € (Erw.) | Premiumvariante mit garantierter Beitragsrückerstattung | Angestellte, Selbstständige, Freiberufler |
| GesundPro1 | 375 € (Kinder) / 750 € (Erw.) | Standardvariante – solide Leistungsbreite | Angestellte, Selbstständige, Freiberufler |
| GesundPro2 | 750 € (Kinder) / 1.500 € (Erw.) | Mittlere Selbstbeteiligung – günstiger Beitrag | Gesundheitsbewusste mit niedrigem Leistungsabruf |
| GesundPro3 | 1.500 € (Kinder) / 3.000 € (Erw.) | Hohe Selbstbeteiligung – niedrigster Beitrag | Junge Gesunde, Beitragsoptimierer |
| GesundProMed1/2/P | Analog zu GesundPro 1/2/P | Spezialtarife für Humanmediziner und Zahnmediziner | Ärzte, Zahnärzte, Medizinstudenten |
| GesundSmart | Variabel | Einsteigertarif – günstig, solide Basisleistungen | Einsteiger PKV; Berufsanfänger |
| GesundProA1/A2/AP | 750 € / 1.500 € / 750 € | Ausbildungstarife während Studium / Ausbildung | Studenten, Auszubildende, Berufseinsteiger |
| Beihilfetarife B10–B50 | Variabel | Beihilfekonform für Beamte verschiedener Beihilfesätze | Beamte Bund/Länder (kein separater BET) |
Alle GesundPro-Tarife wurden bei ihrer Einführung mit Begrüßungs- und Vorsorgegutscheinen ausgestattet und decken im Vergleich zu den Central-Altbestandstarifen eine breitere Leistungspalette ab – mit gezielter Schließung von Lücken gegenüber GKV und Mitbewerbern. Der GesundProP bietet als einzige Variante eine garantierte Beitragsrückerstattung.
Der umfangreiche Altbestand: Central-Tarife und ihre Besonderheiten
Ein charakteristisches Merkmal der Central/Generali ist ihr außergewöhnlich breiter Altbestand an geschlossenen Tarifen. Über die Jahrzehnte wurden regelmäßig neue Tariffamilien aufgelegt – oft als kostengünstige Einsteigertarife, die nach einigen Jahren durch noch günstigere Neuentwicklungen abgelöst wurden. Das Ergebnis: ein Konglomerat aus Dutzenden geschlossener Tarifgenerationen, darunter die KN-Serie (KN0, KN1, KN2, KN3, KN500), EKN-Serie (EKN0, EKN250, EKN600 u.a.), die umfangreiche V-Serie (V111S1 bis V333S3), Comfort-Tarife (Comfort0–Comfort5), CV-Serie, Vita, Vario, Privat und Privatpro.
Für Bestandsversicherte in älteren Tarifen, insbesondere in den bisex-Tarifen (vor 2012 abgeschlossen), können die jährlichen Beitragsanpassungen deutlich stärker ausfallen als der Schnitt – weil diese Bestände kleiner werden und die Kosten auf immer weniger Köpfe verteilt werden. Hier lohnt sich für viele Versicherte ein Tarifwechsel nach § 204 VVG innerhalb der Generali, der alle erworbenen Rechte und Alterungsrückstellungen vollständig erhält.
Vertrieb ausschließlich über die DVAG
Ein wesentliches Strukturmerkmal der heutigen Generali Krankenversicherung ist ihr monolithischer Vertriebsweg: Seit 2012 wird das Neugeschäft ausschließlich über die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) vertrieben – Deutschlands größten Finanzvertrieb mit rund 40.000 Vermögensberatern bundesweit. Makler und freie Vermittler haben keinen Zugang zum Neugeschäft; die Kooperation mit der DVAG ist exklusiv.
Das hat für Kunden konkrete Folgen: Wer ein Angebot der Generali Krankenversicherung möchte, kommt an einem DVAG-Vermögensberater nicht vorbei. Ein unabhängiger Vergleich auf Vergleichsportalen oder über freie Makler ist für Neuverträge nicht möglich. Für Bestandsversicherte und beim Tarifwechsel nach § 204 VVG gelten andere Regeln – hier können auch unabhängige PKV-Spezialisten tätig werden.
Generali Health Solutions: Gesundheitsservices aus der Central heraus
Ein besonderer Aspekt der Generali Krankenversicherung ist die Generali Health Solutions GHS – eine 2018 aus der Central heraus gegründete Geschäftseinheit, die nachweislich wirksame Gesundheitsprogramme für Unternehmen, Versicherungen und Institutionen entwickelt. GHS steht für einen Trend, der über die klassische Kostenerstattung hinausgeht: Prävention, betriebliches Gesundheitsmanagement und digitale Gesundheitsservices als Wettbewerbsdifferenzierung. Versicherte der Generali Krankenversicherung profitieren davon über die Generali Gesundheitsapp und weitere digitale Services.
Häufige Fragen zur Central / Generali Krankenversicherung
Ist die Central Krankenversicherung noch aktiv?
Unter dem Namen „Central Krankenversicherung“ nicht mehr. Am 27. Juni 2020 wurde die Central Krankenversicherung AG im Rahmen der Generali One-Company-Strategie in die Generali Deutschland Krankenversicherung AG umfirmiert. Alle Bestandsverträge laufen unverändert weiter; Neuverträge werden unter der Marke Generali über die DVAG abgeschlossen.
Wo werden Central/Generali-Krankenversicherungen heute abgeschlossen?
Neuverträge sind ausschließlich über die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) erhältlich. Freie Makler und Vergleichsportale haben keinen Zugang. Für Informationen und Beratung wenden Sie sich direkt an einen DVAG-Vermögensberater oder an die Generali unter gesundheit@generali.com.
Was ist der Unterschied zwischen GesundPro und GesundSmart?
GesundPro ist die neue Haupttariflinie mit vier Selbstbehaltsstufen (P/1/2/3) und einer leistungsstarken Breite – ideal für alle, die eine klassische Vollversicherung mit umfassendem Schutz suchen. GesundSmart (früher central.privatproSmart) ist der günstigere Einsteigertarif mit soliden Basisleistungen – gut für junge, gesunde Versicherte, die den Beitrag optimieren wollen. Der GesundProP ist die einzige Variante mit garantierter Beitragsrückerstattung.
Kann ich meinen Central-Altvertrag optimieren?
Ja. Nach § 204 VVG haben alle Versicherten das Recht, innerhalb der Generali in einen anderen Tarif mit gleichwertigem oder höherem Leistungsumfang zu wechseln – ohne erneute Gesundheitsprüfung, unter vollständigem Erhalt aller Alterungsrückstellungen. Gerade für Versicherte in älteren bisex-Tarifen kann ein interner Tarifwechsel eine Beitragsreduktion von bis zu 40 Prozent bei vergleichbaren Leistungen ermöglichen.
Hat die Generali Krankenversicherung Beihilfetarife für Beamte?
Ja, grundsätzlich – mit Einschränkungen. Die Generali bietet Beihilfetarife (B10/B20/B30/B50 u.a.) an. Einen eigenständigen Beihilfeergänzungstarif, der Kürzungen der Beihilfe im ambulanten Bereich vollständig auffängt, bietet die Generali Krankenversicherung nach aktuellem Stand nicht an. Beamte mit spezifischem Beihilfebedarf sollten zusätzlich Angebote von Beihilfespezialisten wie der DBV oder der Debeka prüfen.
Unsere Einschätzung zur Central / Generali Krankenversicherung
Die Central war über Jahrzehnte einer der innovativsten PKV-Anbieter Deutschlands – bekannt für günstige Einstiegstarife, breite Leistungspakete und eine konsequente Kundenorientierung. Unter dem Generali-Dach setzt das Unternehmen diese Tradition mit dem GesundPro-System fort und bringt mit Generali Health Solutions einen modernen Präventionsfokus in die PKV-Welt.
Die exklusive DVAG-Vertriebsbindung ist für unabhängig wechselwillige Neukunden eine Hürde – wer kein DVAG-Netzwerk hat, kommt an keinem Neuvertrag. Für die rund 300.000 bis 380.000 Bestandsversicherten ist die entscheidende Botschaft: Die Generali bietet mit dem internen Tarifwechsel nach § 204 VVG oft erhebliches Optimierungspotenzial – insbesondere für Versicherte in älteren bisex-Beständen mit hohem Beitragsdruck.
Kontakt Generali Deutschland Krankenversicherung AG (ehem. Central)
| Anschrift | Generali Deutschland Krankenversicherung AG · Adenauerring 7 · 81737 München |
| Telefon | 0221 1636-0 |
| gesundheit@generali.com | |
| Website | https://www.generali.de/privatkunden/gesundheit-freizeit/krankenvollversicherung |
| Vertriebspartner | Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) · www.dvag.de |
| Gesundheitsapp | https://www.generali.de/service-kontakt/apps/generali-gesundheitsapp |
Geschichte: Von der ersten PKV-AG Deutschlands 1913 bis zur Generali Deutschland Krankenversicherung 2020
Die Geschichte der Central Krankenversicherung beginnt mit einer historischen Premiere. Am 1. Oktober 1913 wurde in Köln die Central Krankenversicherung AG gegründet – als erste private Krankenversicherungsgesellschaft Deutschlands in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft. Während andere PKV-Gesellschaften als Vereine auf Gegenseitigkeit oder öffentlich-rechtliche Körperschaften firmierten, wählte die Central die moderne Unternehmensform der AG – ein Signal für kaufmännische Rationalität und professionelles Versicherungswesen. Den Betrieb nahm die junge Gesellschaft am 1. Oktober 1915 mit 16 Zweigstellen auf; ein Jahr später bezog die Belegschaft die Hauptverwaltung am Kölner Hansaring 42, die für mehr als ein Jahrhundert Stammsitz bleiben sollte.
Mitte der 1920er Jahre erlebte die Central ihren ersten Boom. Die grassierende Hyperinflation und die wirtschaftliche Not der Weimarer Republik trieben die Mittelschicht in die PKV: Bürger, die bis dahin Arztkosten aus eigener Tasche bezahlt hatten, konnten sich das nicht mehr leisten und strömten in die privaten Krankenversicherungen. Die Central profitierte von dieser Entwicklung und wuchs zum ernsthaften Marktakteur heran. Der Zweite Weltkrieg unterbrach dieses Wachstum; nach 1945 begann der mühsame Wiederaufbau.
Das Jahr 1964 war ein technischer Meilenstein: Mit der Einführung des IBM 1401 hielt die computergestützte Textverarbeitung Einzug in die Kölner Verwaltung. Die Central gehörte damit zu den Vorreitern der Digitalisierung in der deutschen Versicherungswirtschaft. In den folgenden Jahrzehnten expandierte das Unternehmen konsequent: neue Tarife, neue Zweigstellen, neue Zielgruppen.
1971 verkaufte die Zürich Versicherungs-AG ihre Aktienmehrheit an die Aachener und Münchener Beteiligungs-AG – die spätere AMB Generali. Damit begann die schrittweise Integration der Central in den europäischen Versicherungskonzern, der sich unter dem Namen Generali formierte. Am 1. Januar 1997 wuchs die Central durch die Fusion mit der SAVAG – Saarbrücker Krankenversicherungs-Aktiengesellschaft, einem weiteren regionalen Spezialisten, der seine Stärken im saarländischen und südwestdeutschen Markt hatte. Drei Jahre später, zum 1. Januar 2000, vollzog sich der entscheidende Konzernschritt: Die Generali Krankenversicherung AG und die Central Krankenversicherung AG fusionierten – die Central behielt ihren traditionsreichen Namen, trat aber nun vollständig unter dem Dach der Generali Deutschland auf.
Im Jahr 2012 vollzog die Central einen strategischen Richtungswechsel im Vertrieb: Die eigene Außendienstorganisation wurde geschlossen, das Maklergeschäft eingestellt. Von diesem Zeitpunkt an vertreibt die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) das Neugeschäft als exklusiver Vertriebspartner. Das brachte Konzentration und Effizienz – kostete aber die breite Marktpräsenz über unabhängige Vermittler.
2018 entstand aus der Central heraus die Generali Health Solutions GHS – eine Einheit für digitale Gesundheitsprogramme und betriebliches Gesundheitsmanagement, die den Übergang von der reinen Kostenerstattung zur aktiven Gesundheitsförderung markiert. Und am 27. Juni 2020 – nach 107 Jahren unter dem Namen Central – vollzog sich der letzte Akt: Die Umbenennung zur Generali Deutschland Krankenversicherung AG und die Sitzverlegung von Köln nach München. Der Name Central verschwand vom deutschen Versicherungsmarkt. Was blieb: eine über 300.000-köpfige Versichertengemeinschaft, ein Top-10-Rang unter Deutschlands PKV-Anbietern und die DNA einer Gesellschaft, die 1913 als erste ihrer Art den Mut hatte, die PKV auf kaufmännische Beine zu stellen.
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