Generali Krankenversicherung 2026: Deutschlands älteste private Krankenversicherungs-AG – GesundPro, GesundSmart und das neue AZB/PSB-Tarifwerk

Die Generali Deutschland Krankenversicherung AG mit Sitz in München ist eine der traditionsreichsten und bedeutendsten privaten Krankenversicherungen Deutschlands. Gegründet am 1. Oktober 1913 als Central Krankenversicherung AG in Köln, war sie zum 100-jährigen Jubiläum die älteste private Krankenversicherungs-AG Deutschlands.

Seit der Umbenennung im Juli 2020 firmiert das Unternehmen unter dem Namen Generali Deutschland Krankenversicherung AG und ist Teil der Generali Deutschland AG – einer der größten Erstversicherungsgruppen Deutschlands mit über 9 Millionen Kunden und rund 15 Milliarden Euro Beitragseinnahmen, die ihrerseits vollständig im Besitz der Assicurazioni Generali S.p.A. aus Triest (Italien) ist. Die Generali-Gruppe ist einer der größten Versicherungskonzerne weltweit.

Der Vertrieb der Generali Deutschland Krankenversicherung erfolgt exklusiv über die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) – einem der größten unabhängigen Finanzvertriebe Deutschlands – sowie über ihre Schwestergesellschaft Envivas Krankenversicherung AG, die als Kooperationspartner der Techniker Krankenkasse (TK) fungiert.

Die Generali Deutschland Krankenversicherung betreut heute rund 300.000 vollversicherte Kunden.

Generali Deutschland Krankenversicherung AG – Eckdaten 2026

Sitz: München (bis 2020: Köln) • Historie: Gegr. 1913 als Central Krankenversicherung
Konzern: Generali Deutschland AG (Assicurazioni Generali S.p.A., Triest) • Bestand: ca. 300.000 Vollversicherte

Tarif-Portfolio & Vertrieb

  • Exklusiv-Vertrieb: Über die Deutsche Vermögensberatung (DVAG)
  • Haupttarife: GesundPro (Komfort), GesundSmart (Basis), GesundProMed (Ärzte)
  • Neues Baukastensystem: AZB (Ambulant/Zahn) + PSB (Stationär) + W (Wahlleistung)
  • Besonderheit: 10 % Gesundheitsrabatt auf AZB bei Normwerten
  • Optionen: Wechselrecht von Smart zu Pro ohne Gesundheitsprüfung

Beiträge & Stabilität

  • BAP GesundPro: Ø +5,64 %
  • BAP GesundProMed: Ø +8,78 %
  • BAP Bisex-Altbestand: teilweise bis zu +23 %
  • BRE-Vorteil: Garantierte BRE im GesundProP; 300 € Vorsorgepauschale p.a.

Weltweiter Schutz & Kontakt

Standardmäßig EU/EWR/Schweiz; weltweit 12 Monate bei vorübergehendem Aufenthalt.
24h Auslands-Notruf: +49 89 55987192 • GKV-Partner: Envivas (TK)

Die Generali-Tarifsystematik: GesundPro-Familie und das neue Tarifwerk

Die Generali Deutschland Krankenversicherung bietet zwei parallele Tarifgenerationen: die etablierte GesundPro-Tarifserie (mit über GOÄ-Höchstsatz-Erstattung und breitem Leistungsumfang) und das seit Ende 2025/Anfang 2026 auf den Markt gekommene neue Tarifwerk AZB/PSB/W/BEB. Beide Systeme sind kompakte Vollversicherungstarife – kein getrenntes Baukasten-Modulprinzip, sondern integrierte Pakete mit wählbarem Selbstbehalt.

GesundPro – der Komfortschutz der Generali

Der GesundPro ist die Haupttarifvariante der Generali für Angestellte, Selbstständige und Freiberufler und bietet das höchste Leistungsniveau im Generali-Portfolio. Er ist in zwei Varianten erhältlich: GesundPro (mit wählbarem Selbstbehalt) und GesundProP (mit garantierter Beitragsrückerstattung):

Ambulante Leistungen im GesundPro/GesundProP

  • Ärztliche Behandlung: Freie Arzt- und Krankenhauswahl; bis zu den Höchstsätzen der GOÄ (3,5-fach ärztlich; 2,5-fach technisch; 1,3-fach Labor); keine Primärarztpflicht
  • Heilpraktiker / Naturheilkunde: Heilpraktikerleistungen enthalten; alternative Heilmethoden erstattet
  • Arzneimittel: Alle ärztlich verordneten Arznei- und Verbandmittel; Preis-/Leistungsverzeichnis für Heilmittel gilt
  • Heilmittel: Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie u.v.m.; nach Preis-/Leistungsverzeichnis
  • Sehhilfen: Max. 300 € für Brillen, Brillengestelle und Kontaktlinsen innerhalb von 2 Kalenderjahren; LASIK erstattet
  • Brillenfassungen: Begrenzt auf „mittlere Preislage” = 130 €
  • Psychotherapie: Ambulant erstattet; stationäre Psychotherapie vollständig erstattet
  • Vorsorgeuntersuchungen: Erweiterte Vorsorge ohne Alters- und Intervallbegrenzung; zusätzliche Vorsorgepauschalen bis zu 300 € / Jahr (200 € ambulant + 100 € zahnärztlich) – abrufbar ohne Rechnungseinreichung, nur gegen Vorsorgenachweise; unabhängig von SB und BRE
  • Schutzimpfungen: Erstattet nach STIKO
  • Schwangerschaft und Entbindung: Vollständig versichert; Hebammenhilfe
  • Kur und Sanatoriumsbehandlung: Im Tarif enthalten
  • Auslandsschutz ambulant: EU, EWR und Schweiz standardmäßig; weltweit während der ersten 12 Monate eines vorübergehenden Auslandsaufenthalts
  • 24h-Notfalltelefon Ausland: +49 89 55987192

Stationäre Leistungen im GesundPro/GesundProP

  • Zimmer: Zweibettzimmer (als Wahlleistung; Einbettzimmer über Zusatzbaustein EinbettPlus separat zubuchbar)
  • Arzt: Chefarztbehandlung / Wahlarzt; privatärztliche Behandlung
  • Gebührenordnung stationär: Bis GOÄ-Höchstsatz
  • Stationäre Psychotherapie: Vollständig erstattet
  • Krankenrücktransport Ausland: Enthalten
  • Wunsch-Krankenhaus: Verlegung in Wunsch-Krankenhaus möglich
  • Selbstbeteiligung stationär: Bei Wahl der höchsten SB-Stufe (3.000 € für Erwachsene) entfällt die Selbstbeteiligung bei medizinisch notwendigem stationären Aufenthalt

Zahnleistungen im GesundPro/GesundProP

  • Zahnbehandlung: 100 % (inkl. PZR, Füllungen, Wurzelbehandlung, Parodontose)
  • Zahnersatz: 90 % (Kronen, Brücken, Veneers, Inlays, Onlays, Implantate inkl. Knochenaufbau, Funktionstherapie)
  • Kieferorthopädie: 90 % bis zum vollendeten 20. Lebensjahr; bei Unfall keine Altersgrenze
  • Erstattungsgrenze: Bis GOZ-Höchstsatz (3,5-fach GOZ, 2,5-fach technisch, 1,3-fach Labor)
  • Zahnstaffel: 1.000 € / 2.000 € / 3.000 € / 4.000 € / 5.000 € in den ersten 5 Jahren; ab dem 6. Kalenderjahr 5.000 € jährlich unbegrenzt

Selbstbehalt-Varianten GesundPro

Erwachsene (ab 21 J.)Kinder/Jugendliche (bis 20 J.)Besonderheit
750 € / Jahr375 € / JahrNiedrigste SB; höchster Beitrag
1.500 € / Jahr750 € / JahrMittlere SB; Standard
3.000 € / Jahr1.500 € / JahrHöchste SB; kein SB bei stationärem Aufenthalt; niedrigster Beitrag; stärkstes Steuerersparpotenzial

GesundProP – die BRE-Variante mit garantierter Rückerstattung

Der GesundProP (P = Pauschalleistung) ist der Schwesterntarif des GesundPro mit identischem Leistungsumfang, aber einer besonderen BRE-Regelung: Die Beitragsrückerstattung ist hier vertraglich garantiert (Pauschalleistung) – nicht lediglich erfolgsabhängig. Wer im Kalenderjahr keine Rechnungen einreicht, erhält automatisch eine festgelegte BRE. Zusätzlich können die Vorsorgepauschalen (300 €/Jahr) genutzt werden, ohne die garantierte BRE zu gefährden – da nur Vorsorgenachweise, keine Rechnungen eingereicht werden. Wichtig: Jederzeit Wechselrecht ohne Gesundheitsprüfung zwischen GesundProP und GesundPro1 möglich.

GesundSmart – der clevere Grundschutz mit Optionsrecht

Der GesundSmart ist der günstigere Einsteigertarif der Generali. Er bietet soliden PKV-Schutz zu niedrigeren Beiträgen und ist besonders für preisbewusste Einsteiger oder junge Versicherungsnehmer geeignet, die einen kostengünstigen PKV-Einstieg suchen:

  • Ambulant: Freie Arztwahl bis GOÄ-Höchstsatz; grundsätzliche Arzt- und Laborleistungen; Preis-/Leistungsverzeichnis für Heilmittel
  • Sehhilfen: Max. 100 € innerhalb von 2 Kalenderjahren (deutlich geringer als GesundPro mit 300 €)
  • Stationär: Zweibettzimmer + Chefarzt; freie Krankenhauswahl; stationäre PT erstattet
  • Zahn: 100 % Zahnbehandlung; 70 % Zahnersatz und KFO (bis 20 J.; bei Unfall ohne Altersgrenze); Zahnstaffel analog GesundPro
  • Selbstbehalt: Fest 1.000 € für Erwachsene; 500 € für Kinder/Jugendliche
  • BRE: Erfolgsabhängig (nicht garantiert)

Das entscheidende Alleinstellungsmerkmal des GesundSmart: Nach 3 oder 5 Jahren kann der Versicherungsnehmer einmalig in den höherwertigen GesundPro wechseln – ohne erneute Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten. Das ist ein starkes Optionsrecht: Wer jung und gesund in die PKV einsteigt und bewusst günstig beginnt, kann bei Bedarf später in den Vollschutz upgraden.

GesundSmart-Einschränkung beachten: Das Optionsrecht für den Wechsel in den GesundPro gilt nur einmalig und nur nach 3 oder 5 Jahren. Danach verfällt es. Versicherungsnehmer, die das Optionsrecht nicht wahrnehmen, bleiben dauerhaft im GesundSmart oder müssen bei einem späteren Wechsel eine erneute Gesundheitsprüfung bestehen. Der günstige Einstieg hat also einen klaren Preis: Der GesundSmart leistet bei Zahnersatz (70 % statt 90 %) und Sehhilfen (100 € statt 300 €) spürbar weniger als der GesundPro.

Das neue Tarifwerk AZB/PSB/W/BEB (ab 2025/2026)

Zum Jahreswechsel 2025/2026 brachte die Generali eine neue Tarifgeneration auf den Markt, die auch das Beihilfesegment modernisiert:

BausteinInhaltBesonderheit
AZBAmbulante und zahnärztliche Leistungen (kombiniert)Gesundheitsrabatt 10 % auf den AZB-Beitrag, sofern bestimmte Gesundheitswerte im Normbereich liegen; jährlich prüfbar und erneuerbar
PSBAllgemeine Krankenhausleistungen (Stationär Basis)Standardversorgung im Krankenhaus; Grundabsicherung stationär
WStationäre Wahlleistungen (Chefarzt + Komfortzimmer)Ergänzungsbaustein zu PSB für Privatpatienten-Komfort
BEBBeihilfeergänzungstarifSchließt verbleibende Leistungslücken der Beihilfe gezielt; neu strukturiert für Beamte

Das neue AZB-Tarifwerk enthält als Innovation den Gesundheitsrabatt von 10 % auf den Haupttarif, wenn bestimmte Gesundheitswerte (Blutdruck, BMI, Nichtraucher-Status o.ä.) nachgewiesen werden. Zusätzlich gewährt das neue Tarifwerk eine garantierte Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit – ein Anreiz zur aktiven Gesundheitssteuerung.

Generali PKV für alle Personengruppen

Angestellte

Der GesundPro mit 750-€-SB bietet Angestellten vollumfänglichen Komfortschutz. Der AG-Zuschuss deckt bis zu 50 % des Beitrags. Die Vorsorgepauschale (300 €/Jahr ohne BRE-Gefährdung) ist ein echter Mehrwert. Für Angestellte, die das Einbettzimmer wünschen, kann der EinbettPlus-Baustein hinzugebucht werden. Das Optionsrecht im GesundSmart ermöglicht einen günstigen Einstieg für Berufseinsteiger.

Selbstständige und Freiberufler

Mit der höchsten SB-Stufe (3.000 €, kein SB bei Krankenhausaufenthalt) optimieren Selbstständige den Beitrag maximal, da Krankenhauskosten vollständig abgesichert bleiben. Das Krankentagegeld ist als separater Baustein notwendig. Die Beiträge sind steuerlich als Vorsorgeaufwendungen absetzbar; die 10-%-Beitragsminderung ab 60 Jahren (gesetzlicher Zuschlag entfällt) hilft bei der Langzeitkalkulation.

Ärzte, Zahnärzte und Mediziner

Die Generali bietet mit dem GesundProMed und GesundProMedP speziell auf Ärzte und Zahnärzte zugeschnittene Tarife. Diese enthalten besondere Vorsorgepauschalen für medizinische Fachgruppen (200 € ambulant + 100 € zahnärztlich als gesonderte Pauschale für GesundProMed-Versicherte). Die BAP 2026 liegt für Medizinertarife bei durchschnittlich +8,78 % – etwas höher als bei den Standardtarifen.

Auszubildende und Studenten

Der GesundProA und GesundProAP bieten identische Leistungen wie der GesundPro/GesundProP zu besonders günstigen Einstiegsbeiträgen für Azubis und Studenten. Die BAP 2026 betrifft auch Ausbildungstarife (GesundProA1, GesundProA2, GesundProAP) separat.

Beamte und Beihilfeberechtigte

Beamte, Beamtenanwärter und deren Familienangehörige können bei der Generali Beihilfeversicherungen und beihilfekonforme Vollversicherungen abschließen. Das Angebot umfasst einen umfassenderen Tarif und eine günstigere Einsteigerstufe. Die Beihilfetarife werden durch das neue BEB (Beihilfeergänzungstarif) aus dem neuen Tarifwerk ergänzt, das verbleibende Beihilfelücken gezielt schließt. Die bisherigen Beihilfetarife (B10–B50, BE10–BE50, BEK20, BG5, BGS usw.) sind von der BAP 2026 ebenfalls betroffen.

Wichtiger Hinweis für Beamte: Unabhängige Analysen (Stand 2023) weisen darauf hin, dass die Generali keinen eigenständigen Beihilfeergänzungstarif (im Sinne einer umfassenden Absicherung von Beihilfeleistungskürzungen) anbot. Das neue BEB-Tarifwerk aus dem Tarifwerk 2025/2026 soll diese Lücke gezielt schließen. Beamte sollten vor Vertragsabschluss prüfen, ob das BEB alle relevanten Beihilfebereiche abdeckt.

Optionsrechte und Flexibilität – ein Generali-Alleinstellungsmerkmal

Die Generali bietet mit dem GesundPro besonders ausgeprägte lebensbegleitende Optionsrechte:

  • GesundSmart → GesundPro: Einmalig nach 3 oder 5 Jahren Umstieg ohne Gesundheitsprüfung
  • GesundProP ↔ GesundPro1: Jederzeit kostenloser Wechsel zwischen diesen Varianten ohne Gesundheitsprüfung
  • Lebensphase-Optionsrecht im GesundPro: Versicherungsschutz in bestimmten Lebensphasen (z.B. Elternzeit, Arbeitslosigkeit) vorübergehend reduzieren und später ohne erneute Gesundheitsprüfung und Wartezeiten in den Ursprungstarif zurückkehren
  • EinbettPlus-Baustein: Jederzeit zur Vollversicherung ergänzbar für Einbettzimmer-Komfort

Zusatzversicherungen der Generali für GKV-Versicherte

Produkt / TarifKernleistung
PlanStationärKrankenhauskomfort-Tarif für GKV-Versicherte: Chefarztbehandlung + Ein- oder Zweibettzimmer; Privatpatienten-Status im Krankenhaus
PlanZahnZahnzusatz für GKV-Versicherte: Zahnersatz, Zahnbehandlung, KFO; verschiedene Erstattungsstufen
PlanJuniorSpeziell für Kinder und Jugendliche: Kieferorthopädie, Vorsorge, weitere Jugendleistungen
Mein GesundheitsBudget / MGB AFFlexibles Gesundheitsbudget für GKV-Versicherte; Preis-/Leistungsverzeichnis für Heilmittel
NaturheilschutzAlternative Heilmethoden: Akupunktur, Homöopathie, Naturheilverfahren; für GKV-Versicherte
ZukunftsschutzOptionsrecht für spätere Leistungsanpassungen ohne erneute Gesundheitsprüfung; Absicherung für Lebensveränderungen
KrankentagegeldLohnersatz bei Arbeitsunfähigkeit; unverzichtbar für Selbstständige; flexible Tagessatzhöhe
KrankenhaustagegeldTägliche Auszahlung ab erstem stationären Tag
PflegezusatzversicherungErgänzung der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung; monatliches Pflegetagegeld
Envivas Krankenversicherung AGSchwestergesellschaft der Generali KV; Kooperationspartner der Techniker Krankenkasse (TK); bietet TK-Versicherten Zusatzversicherungen zu besonderen Konditionen

Beitragsentwicklung, Testergebnisse und Ratings

Quelle / InstitutBereichErgebnis
BAP 2026GesundPro/GesundProP (Angestellte/Selbstständige)Ø +5,64 % – deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 13 %
BAP 2026GesundProMed (Ärzte/Zahnärzte)Ø +8,78 %
BAP 2026Bisex-Altarife (vor Dezember 2012)Bis zu 23 % – stark betroffen durch Bestandsschrumpfung
BAP 2025GesundPro/GesundSmartØ 12 % für betroffene Tarife (ca. 2/3 aller Versicherten); GesundPro3: letzte Anpassung Januar 2024
BAP 2026BeihilfetarifeB10–B50, BE10–BE50, BEK20, BG5, BGS u.a. betroffen; verschiedene Sätze je Tarif und Alterskohorte
Vollversicherte Entwicklung2011–2020Rückgang von ca. 500.000 (2011) auf ca. 300.000 (2020) – stetige Abnahme im Betrachtungszeitraum
DVAG-ExklusivvertriebVertriebsstrategieAusschließlicher Vertrieb über DVAG; keine Maklerzugänglichkeit; beeinflusst Marktzugang und Bekanntheit
Generali-GruppeWeltweite KennzahlenEine der größten Versicherungsgruppen weltweit; Generali Deutschland: 9 Mio. Kunden, 15 Mrd. € Beitragseinnahmen
Zur Beitragsentwicklung und Bestandsschrumpfung: Die Generali Deutschland Krankenversicherung hat im Zeitraum 2011–2020 rund 200.000 Vollversicherte verloren (von ca. 500.000 auf ca. 300.000). Dies ist ein relevantes Signal: Schrumpfende Bestände bei gleichbleibenden Leistungsausgaben führen strukturell zu höheren Beitragsanpassungen, da das Kostenrisiko auf weniger Versicherte verteilt wird. Die Bisex-Tarife (Altverträge vor 12/2012) sind davon besonders stark betroffen (BAP 2026: bis zu 23 %). Die lockere Annahmepolitik der ehemaligen Central in einigen Jahren wird als einer der Gründe für die Beitragsdynamik der letzten Jahre genannt. Die BAP 2026 bei GesundPro/GesundProP (+5,64 %) ist hingegen moderat. Versicherte in Bisex-Tarifen sollten einen internen Tarifwechsel nach § 204 VVG prüfen.

Unsere Einschätzung zur Generali Krankenversicherung

Die Generali Deutschland Krankenversicherung ist ein Sonderfall im deutschen PKV-Markt: eine der traditionsreichsten PKV-AGs (seit 1913), Teil eines der weltweit größten Versicherungskonzerne – aber mit schrumpfendem Bestand und erheblichen Beitragsdynámiken in älteren Tarifen. Die Stärken liegen klar im GesundPro: 90 % Zahnersatz-Erstattung, garantierte BRE im GesundProP, flexible Optionsrechte (inkl. GesundSmart-Upgrade-Recht nach 3/5 Jahren), Vorsorgepauschale 300 €/Jahr ohne BRE-Einfluss und das neue Gesundheitsrabatt-Modell (10 % auf AZB) sind echte Marktvorteile. Der exklusive DVAG-Vertrieb schränkt die Unabhängigkeit bei der Tarifberatung ein – alle Versicherungsnehmer sind de facto auf DVAG-Berater angewiesen, was Interessenkonflikte nicht vollständig ausschließt. Für Interessenten mit DVAG-Kontakt bietet die Generali solide PKV-Leistungen auf Komfortniveau; für Versicherungsnehmer ohne DVAG-Zugang ist das Angebot schwer zugänglich.

Generali Deutschland Krankenversicherung AG – auf einen Blick
AnschriftAdenauerring 7, 81737 München
Frühere Firmenanschrift (bis 2020)Hansaring 42, 50670 Köln (Hauptverwaltung 1916–2020)
RechtsformAktiengesellschaft (AG); Konzern: Generali Deutschland AG → Assicurazioni Generali S.p.A., Triest
VorstandsvorsitzenderUli Rothaufe (seit 2023)
VertriebExklusiv über Deutsche Vermögensberatung (DVAG)
Notfalltelefon Ausland (24h)+49 89 55987192
PKV-Vollversicherung GesundProhttps://www.generali.de/privatkunden/gesundheit-freizeit/krankenvollversicherung/selbststaendige-arbeitnehmer/komfortschutz
PKV-Grundschutz GesundSmarthttps://www.generali.de/privatkunden/gesundheit-freizeit/krankenvollversicherung/selbststaendige-arbeitnehmer/grundschutz
PKV für Ärzte/Zahnärztehttps://www.generali.de/privatkunden/gesundheit-freizeit/krankenvollversicherung/aerzte-zahnaerzte
Tarifinformationenhttps://www.generali.de/service-kontakt/self-service/vertragsinformationen/tarifinformation-krankenversicherung
Krankenratgeberhttps://www.generali.de/privatkunden/gesundheit-freizeit/krankenratgeber/krankenversicherung
Envivas (TK-Kooperation)www.envivas.de

Geschichte: Von der Central Krankenversicherung 1913 zur Generali-Tochter im 21. Jahrhundert

Die Geschichte der heutigen Generali Deutschland Krankenversicherung beginnt mit einem Datum, das im deutschen PKV-Markt einzigartig ist: dem 1. Oktober 1913. An diesem Tag wurde die Central Krankenversicherung AG in Köln als erste private Krankenversicherung Deutschlands in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet – ein rechtlicher Pionierakt, der zu einem Zeitpunkt stattfand, als Deutschland gerade einmal drei Jahrzehnte zuvor unter Bismarck die gesetzliche Krankenversicherung eingeführt hatte. Gründer Friedrich Borgelt erkannte das Marktpotenzial: Eine AG-Struktur ermöglichte Kapitalaufnahme und schnelles Wachstum. Den Geschäftsbetrieb nahm die Central mit 16 Zweigstellen am 1. Oktober 1915 auf, und bereits ein Jahr später, 1916, bezogen die Mitarbeiter ihre Hauptverwaltung am Kölner Hansaring 42 – eine Adresse, die bis in das Jahr 2020 das Zuhause der Gesellschaft bleiben sollte.

Die Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre war paradoxerweise ein Wachstumsmotor für die junge Central: Bürgerliche Gesellschaftsschichten, die Arztkosten aus eigener Tasche nicht mehr finanzieren konnten, entdeckten die private Krankenversicherung als notwendige Absicherung. 1928 verkaufte Gründer Borgelt seine Aktien an verschiedene Versicherungsgesellschaften, unter anderem an die Schweizerische Rückversicherungsgesellschaft – ein erster Schritt der Internationalisierung. In der Folgezeit wuchs die Central kontinuierlich, durch organisches Wachstum und durch Fusionen: Am 1. Januar 1971 verkaufte die Zürich-Versicherungs-AG ihre Aktienmehrheit an die Aachener und Münchener Gruppe; am 1. Januar 1997 wuchs die Central durch Fusion mit der SAVAG Saarbrücker Krankenversicherungs-AG; zum 1. Januar 2000 verschmolzen die Central und die bisherige Generali Krankenversicherung AG zu einem Unternehmen – unter dem bekannten Namen Central.

Das Jahr 1998 markierte den entscheidenden strategischen Wandel: Die Assicurazioni Generali aus Triest erwarb eine Mehrheitsbeteiligung an der AMB Aachener und Münchener Beteiligungs-AG – und damit gelangten auch die mit ihr verbundenen Versicherungsgesellschaften, darunter die Central, in den Generali-Konzern. Die schrittweise Integration verlief über die folgenden Jahrzehnte, bis 2020 das abschließende Symbol der Fusion vollzogen wurde: Im Juli 2020 wurde die Central Krankenversicherung AG in Generali Deutschland Krankenversicherung AG umbenannt und der Firmensitz von Köln nach München verlagert. Die Kölner Hansaring-Adresse, über mehr als 100 Jahre das Herz der Central, wurde aufgegeben. Für Versicherungsnehmer änderte sich dadurch inhaltlich nichts – Verträge, Bedingungen und Tarife blieben unberührt; lediglich der Name auf dem Versicherungsausweis änderte sich schrittweise. Heute blickt die Generali Deutschland Krankenversicherung AG auf über 110 Jahre Unternehmensgeschichte zurück – als Teil eines der größten Versicherungskonzerne der Welt und als lebendiges Zeugnis der Kontinuität im deutschen PKV-Markt.

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